24. April 2016

Emotionale Intelligenz

pixabay
Während es hier abwechselnd Schneesturm, Sonnenschein und Regen gibt, nutze ich den Aprilwettersonntag, um zu schreiben. Die nächsten Wochen sind mit Terminen sehr angefüllt, so dass ich wohl eher nicht oft dazu kommen werde.

In einem Workshop letzte Woche kamen immer wieder Fragen nach dem Umgang mit Unterrichtsstörungen, Verstärker- und Belohnungssystemen bzw. der Entwicklung und Stärkung von Sozialkompetenz bei Kindern. Natürlich gibt es auf diese Fragen, die wohl regelmäßig alle von uns betreffen, keine Antworten, die alle befriedigen. Für mich ist und bleibt es immer ein Grundanliegen, viel Kraft in die Entwicklung des sozialen Miteinanders zu stecken...und das von Beginn der Klasse 1 an. Ich glaube an die emotionale Intelligenz und habe dazu in meinen vielen Jahren als Lehrerin eine Menge hinzugelernt. Geholfen hat mir dabei ein Buch, welches ich im Arnienotizblog schon einmal zur Sprache brachte:
Das Schatzbuch der Herzensbildung von Charmaine Liebertz. Interessant sind u.a. die fünf Bausteine der Entwicklung emotionaler Intelligenz, welche sie ausführlich mit Beispielen belegt:

  1. Die eigenen Emotionen kennen lernen
  2. Emotionen handhaben
  3. Emotionen in die Tat umsetzen
  4. Empathie entwickeln
  5. Soziale Kompetenz erwerben
Wer sich dazu belesen möchte, dem rate ich Das 1x1 der Gefühle anzuschauen. Hier wird zum Beispiel erklärt, was man unter Emotionaler Intelligenz versteht. Vielleicht meinen einige unter euch jetzt, dass dies ja eigentlich Inhalte der Fächer Ethik und Religion seien.Sicher geht es in diesen Fächern um diese Themen, aber ich denke, angesichts der gesellschaftlichen Entwicklung, muss die Stärkung der Sozialkompetenz ein Anliegen ALLER Fächer sein. Deutlich wurde mir dies wieder, als ich das Buch "Und abends kuscheln mit Mama" las. Unser Beruf wird sich immer mehr in die Richtung Sozialarbeit verändern......wenn er es nicht schon längst getan hat.....
Empfehlen kann ich in diesem Zusammenhang auch Marek Breunings Blog SKoLNET- Lernen und Lehren in der Grundschule. Hier findet ihr neben interessanten fachlichen Aussagen auch Posts zur Gehirnforschung, zum Classroom Management und zu Erziehung, um nur einige Schlagwörter zu nennen.

Kommentare:

  1. Hallo Sylvia,

    ich erlebe die Frage nach den Verstärker- und Belohnungssystemen auch immer wieder. Seit fast 8 Jahren verwende ich keinerlei dieser "Dressurspiele", u.a. auch weil ich Vieles als selbstverständlich erachte und ohne Belohnung einfordere. Was die Klassenführung betrifft, empfehle ich gerne "techniken der klassenführung" in eine Suchmaschine der Wahl einzugeben und dabei für sich den Unterschied zwischen organisatorischem und personellem Klassenmanagement heraus zu arbeiten. Sich bestimmte Techniken bewusst zu machen, sie eventuell einzuüben und sich selbst zu reflektieren, kann schon ganz wesentlich dazu beitragen, Unterrichtsstörungen zu reduzieren.

    Aber insgesamt, das deutest du auch an, Sylvia, geht es um Beziehungsfähigkeit. Aber betrifft das nur Kinder oder müssen wir da nicht auch auf uns als Lehrer reflektieren? Sind wir als Lehrer in der Lage, positive Beziehungen zu und zwischen Kindern zu stiften, zu fördern und aufrecht zu erhalten?

    Ich habe selbst schon Unterrichtstunden gesehen, die nur daran gescheitert sind, weil die betreffende Person nicht fähig war, in eine lernförderliche Beziehung mit den Schülerinnen und Schülern zu treten und ihre Sprache zu sprechen. Auch das kann ganz entscheidend etwas mit "emotionaler Intelligenz" zu tun haben und betrifft nicht nur die Kinder, sondern sollte auch uns als Lehrkräfte zum Nachdenken bringen.

    Viele Grüße
    Marek

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